Kommentar

 

 

1. Nota Bene: ‚Richtlinien zur Erklärung der Pflichten und Rechte der Journalistinnen und Journalisten‘ des Schweizer Presserates (Auszug)

Ziffer 1 der ‚Erklärung der Pflichten‘
Sie halten sich an die Wahrheit ohne Rücksicht auf die sich daraus für sie ergebenden Folgen und lassen sich vom Recht der Öffentlichkeit leiten, die Wahrheit zu erfahren.

Richtlinie 1.1 – Wahrheitssuche
Die Wahrheitssuche stellt den Ausgangspunkt der Informationstätigkeit dar. Sie setzt die Beachtung verfügbarer und zugänglicher Daten, die Achtung der Integrität von Dokumenten (Text, Ton und Bild), die Überprüfung und die allfällige Berichtigung voraus. Diese Aspekte werden nachfolgend unter den Ziffern 3, 4 und 5 der ‚Erklärung der Pflichten behandelt.

Richtlinie 2.3 – Trennung von Fakten und Kommentar
Journalistinnen und Journalisten achten darauf, dass das Publikum zwischen Fakten und kommentierenden, kritisierenden Einschätzungen unterscheiden kann.

Ziffer 3 der ‚Erklärung der Pflichten‘
Sie veröffentlichen nur Informationen, Dokumente Bilder, und Töne deren Quellen ihnen bekannt sind. Sie unterschlagen keine wichtigen Elemente von Informationen und entstellen weder Tatsachen, Dokumente, Bilder und Töne noch von anderen geäusserte Meinungen. Sie bezeichnen unbestätigte Meldungen, Bild- und Tonmontagen ausdrücklich als solche.

 

2. Kommentar zu einem Artikel über Gletsch in der Neuen Zürcher Zeitung vom 28./29. September 1996, Nr. 226, S. 77 ff.

A. Zu den Bildern

Auf Bildern, die nach 1984 entstanden, sind die Innenräume eines Betriebes zu sehen, der unter von Seiten der Käuferschaft ausdrücklich als beabsichtigt erklärter „Abkehr vom Seilerschen Hotelstil“ und Ausrichtung auf einen „Volkstourismus“ (Walliser Bote vom 2. Oktober 1984, Nr. 229, S. 10; entsprechend: Valais demain vom 12. Oktober 1984, Nr. 35, S. 3) mit einem Bruchteil der Zahl von Mitarbeitenden (weniger als zwölf - zeitweise sieben oder acht) geleitet wurde.

 Seite 79, oberes Bild

 Seite 79, unteres Bild

In einem relevanten Zusammenhang mit der Betriebsführung bis im September 1984, als für diese Gästeetage jahrzehntelang die von mehreren diszipliniert geschulten Zimmermädchen unterstützte Zimmergouvernante Germaine Gillioz verantwortlich war, welche jeweils die Fürstin von Liechtenstein, andere Hocharistokraten und Marie-Louise Ritz, die Leiterin des Pariser Ritz, während ihrer mehrwöchigen Aufenthalte in Gletsch betreut hatte und allgemein anspruchvollsten hotelhauswirtschaftlichen Standards genügte, steht der nicht sehr attraktive ‚volkstouristische‘ Zustand des unter Staatsägide ungemachten Bettes etwa 140 Monate nach der Betriebsübergabe durch die Familie Seiler nicht und ebensowenig der Zustand des Zimmers im Hintergrund (eine Erkenntnis, die den - in diesem Augenblick vermutlich nicht ganz weltblattadäquaten - Reflexionshorizont der Reporteure und der verantwortlichen Redaktion offenbar überstieg, sofern es sich bei der Bildauswahl und -kommentierung nicht um ein Zeugnis arg verspäteten spiesserhaften Kulturkampfes handelt). Nicht auszuschliessen ist, dass die wirtschaftsliberale Stellungnahme im Walliser Boten vom 8. Mai 1996, Nr. 106, S. 7 über den Staat als Hotelier in Gletsch („... ein völliger Versager!“) als Bildlegende zur im gleichen Halbjahr aufgenommmenen Fotografie des ‚volkstouristisch‘ (noch?) nicht gemachten Hotelbettes im infolge von nichtverzinsbaren Investitionen konkursbedrohnten Staatsbetrieb erheblich erhellender gewesen wäre. (Umsatzfördernd dürfte diese Art prägnanter Präsentation ‚volkstouristischer‘ hauswirtschaftlicher Aktualität, wie sie sich im Sommer 1996 dem Besucher offenbar optisch darbot, schwerlich gewesen sein.) Zur in mehrfacher Hinsicht, und zumal in Anbetracht sonst an der Zürcher Falkenstrasse disponibler betriebswirtschaftlicher und unternehmerischer Kompetenz, blödsinnigen und irreführenden Legende auch Frage D. 5. Vgl. zur Frage, ob im Glacier du Rhône (und in dessen Zimmern) bis 1984 Nostalgie ‚Inszenierung‘ war, die Aussagen von tatsächlichen Zeitzeugen, insbesondere jene des Westschweizer Korrespondenten der Neuen Zürcher Zeitung selbst. Analog irreführend in der gleichen Reportage die Abbildung einer ehemaligen Kapelle, die seit den 1930er Jahren als Abstellraum genutzt wurde (ebenfalls eine verstehensnotwendige Information, die unterschlagen wird); vgl. *]. Zum Verständnishorizont dieser Schreibe allgemein *].

Bildkommentar Seite 79 unten

Kommentar 1

Kommentar 2

B. Zum Text

Seite 77, linke Spalte, Zeile 1

Warum Gletsch überhaupt existiert, kann man nur schwer nachvollziehen.

 Kommentar 1

 Kommentar 2

 Kommentar 3

Seite 78 oben, mittlere Spalte, zweiter Absatz, Zeile 14

der Katholik Seiler

Seite 78 unten, mittlere Spalte, zweiter Absatz, Zeile 14f.

 für Kost und Logis

Seite 78 unten, rechte Spalte, Zeile 4f.

Am Bankett im Glacier du Rhône hielt der Präsident des Walliser Staatsrates die Festrede.

 Kommentar 1

 Kommentar 2

Seite 79, zweiter Absatz, Zeile 2f.

lancierten sie Ende/der zwanziger Jahre den Wintersport

Seite 79, zweiter Absatz, Zeile 4

Hermann Seiler

Seite 79, zweiter Absatz, Zeile 4f.

  die Hotels/nach dem Tod seines Bruders Josef 1929 übernahm

Seite 79, dritter Absatz, Zeile 1

  angeblich unproduktiven Landbesitzes

Seite 79, dritter Absatz, Zeile 2

liess sich aktivieren

Seite 79, dritter Absatz, Zeile 16f.

 nur elf ein WC mit Bad oder/Dusche

Seite 79, vierter Absatz, Zeile 1f.

 sowieso/bereits abgeschrieben

Seite 79, vierter Absatz, Zeile 6

  Nach dem Ende

Kommentar 1:

Richtig Weltwoche vom 6. Dezember 1984, Nr. 49, S. 55: „Schon in den fünfziger Jahren hatte Hermann Seiler erkannt: Die Zukunft liegt [an diesem Ort] nicht im Tourismus ...“

 Kommentar 2

Seite 79, dritter Absatz, Zeile 12

 Diese nahm ... mit/sich

Seite 79, dritter Absatz, Zeile 19

  die Seilerin zahlt

 Kommentar 1 (zur Dringlichkeit der Frage, ob der Autor mit auch nur einem einzigen der im Jahre 1984 noch insgesamt 60 Mitarbeitenden gesprochen hat, welcher als einigermassen zuverlässiger Informant gelten konnte).

Kommentar 2

Kommentar 3

Seite 79, vierter Absatz, Zeile 20

La lotta continua per il comunismo

Kommentar 1

Kommentar 2

Seite 79, sechster Absatz, Zeile 16

  nicht zurückgekehrt

Kommentar 1:

Der Walliser Bote vom 8. Mai 1996, Nr. 106, S. 7 schrieb viereinhalb Monate vor Erscheinen des hier kommentierten Artikels:

„Gletsch: Bald pleite? Der Staat versagt als Hotelier

Sitten. Der Staat Wallis mag zwar für Wahrnehmung einiger Kernaufgaben durchaus prädestiniert sein - als Hotelier hingegen ist er ein völliger Versager! Denn die vom Kanton beherrschte Immobilien Gletsch AG, die er 1984 von der Familie Seiler, Gletsch, [als ein auf Eigenkapitalbasis geführtes Unternehmen] übernommen hatte, ist [nach Investitionen in der Höhe von 4, 6 Mio.] praktisch pleite!“

 Kommentar 2

 Kommentar 3